Mitteilungen des Schweizerischen Idiotikons

Das Schweizerische Idiotikon hat per 1. April 2024 oder nach Absprache eine Stelle für eine*n studentische*n Mitarbeiter*in im Bereich IT/Sprachtechnologie zu vergeben.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Das Mundartkorpus-Release 6.0 ist online.

  • Wiederum konnten wir das Korpus um ca. 5 Mio. Tokens (Textwörter) erweitern. Wir zählen aktuell etwas über 35 Mio. Tokens.
  • XML-CHMK: Mit diesem Release können wir nun erstmals alle urheberrechtlich eingeschränkten Korpustexte im XML-Format für Forschungszwecke zugänglich machen. Die Nutzungsvereinbarungen hierzu haben wir mit Rechtsexperten der Universität Zürich erarbeitet.
  • In Vorbereitung auf die Normalisierung haben wir bereits jetzt ein System zur Sprachidentifikation auf Satzebene trainiert und implementiert. Diese Sprachinformationen sind im XML-CHMK enthalten. Eine entsprechende Filtermöglichkeit in der Korpussuche folgt voraussichtlich mit dem nächsten Release.
  • Darüber hinaus haben wir kleinere Anpassungen an der Online-Korpussuche vorgenommen, darunter die Anordnung der Filter und die Positionierung des Popupfensters mit den Detailinformationen zum einzelnen Treffer.
  • Den Fehler mit dem doppelten Zweitglied bei Wortzusammensetzungen übers Zeilenende hinaus haben wir mit diesem Release behoben.

Wir wünschen viel Spass mit dem neuen Release!

Im November 2023 ist das 230. Heft des Schweizerischen Idiotikons – das neunte des 17. Bandes – herausgekommen. Es beschliesst die zahlreichen Zusammensetzungen und Ableitungen von ziehn «ziehen» und dokumentiert anschliessend Wörter wie Zujer «Fussschweiss», Zick «Schlag, Besonderheit», Zicken «Ziege, Zäpfchen am Hals, Joch, Wäscheklammer, Visier, Trachtenhaube», zocken und zucken «ziehen, zücken, zucken», Zucker «Zuckerrohr, Zucker, Zuckerzeug, Milchzucker, Zuckerkrankheit» (mit zahlreichen Zusammensetzungen von Ībisch-Zucker bis Hōch-zīts-Züggerli sowie Ableitungen wie zuckeren und zuckerig) und zālen «zielen, begehren, hinweisen, gelingen». Den Schluss des Hefts bildet das Wort Zal «Zahl, Berechnung, Rede» mit seinen Zusammensetzungen wie beispielsweise die historisch bedeutsame March-Zal «Verhältnis, Proportion, Angemessenheit; bestimmte ausserordentliche Steuer».

Dreissig Jahre lang, vom 1. September 1993 bis zum 30. November 2023, hat der Berner Andreas Burri als Redaktor am Schweizerische Idiotikon mitgewirkt. Wörterbuchartikel aus seiner Feder sind etwa wacker, wecken, Wullen, Wëlt, Gewon I / gewon (mit Gewonheit), wonen II (mit Woning), Wunder, Wer (mit Gewer, weren), wër, wërchen (ohne Wërch), Wurm, warten, Weiss/Weizen, Wīs, Wäsch (mit wäschen), Wëtter, Zuber, zeigen, Zǖg I, Zǖg II, Zil. Andreas Burri wird die Redaktion auch nach seiner Pensionierung als Artikel- und Fahnenleser unterstützen.

Der Sprachatlas der deutschen Schweiz (SDS) zeigt neu interaktive Dialektkarten. Wir haben dafür den Online-Auftritt komplett erneuert und bieten neben den digitalisierten Karten eng verbunden viele weitere Materialien.

Die folgende Beispielkarte zeigt die Verteilung der unterschiedlichen Wörter für den Ohrwurm:

SDS-Karte Ohrwurm

Sie können in den Karten blättern, nach Karten suchen, sich den Scan der Originalkarte ansehen, direkt von der Karte zu den Antworten im Originalmaterial gelangen, sich eine Übersicht über die Formen eines einzelnen Ortes geben lassen und vieles mehr.

Bislang sind 350 der rund 1500 Karten vollständig digitalisiert online, daneben weiterhin die rund 170'000 Seiten des Originalmaterials (mit über 45'000 Seiten transkribierter Steno-Notizen).

Am 4. November 2023 ist Peter Ott in seinem 82. Lebensjahr verstorben. Er wuchs in Zug auf, studierte Germanistik, Allgemeine Geschichte und Schweizergeschichte an der Universität Zürich und promovierte bei Rudolf Hotzenköcherle mit einer Arbeit zur schweizerischen Jägersprache. 1969 trat er in die Redaktion des Schweizerischen Idiotikons ein, und 1991 übernahm er die Chefredaktion; pensioniert wurde er 2005.

Aus Otts Feder stammen unter anderem die Artikel Tisch, tüütsch, Trach, trëchen (‚ziehen‘), troch(en), Druck und drucken, trëtten, wee, weich, Mitt-Wuch, Wuecher, Wëchsel, wëder, Wāg, wellen (‚wollen‘), willig, Wulchen, Wild, wimmen (‚Trauben lesen‘), ge-winnen, wänden, wërren, wirr und (lang-)wirig.

Über Peter Otts breites gesellschaftliches Wirken gibt sein Wikipediaartikel Auskunft. Uns vom Schweizerischen Idiotikon wird er als allen Menschen gegenüber positiv und wohlwollend eingestellter Kollege in Erinnerung bleiben.

 

Ein neues Mundartkorpus-Release ist online. Neben ca. 5 Mio. zusätzlichen Textwörtern enthält das Release 5.0 folgende Neuerungen:

  • Originalbildausschnitte inkl. Trefferhighlighting (bei Treffern aus Scans und PDFs)
  • Verlinkbare Treffer (Permalink)
  • XML-Subkorpus 1.0 mit urheberrechtsfreien Texten
  • Verbesserte Metadaten und Inhalte
  • Bessere Sichtbarkeit der Suchbeispiele

Die Mitgliederversammlung 2023 des Vereins für das Schweizerdeutsche Wörterbuch, die am 26. Juni in Zürich stattfand, genehmigte den Bericht des Schweizerischen Idiotikons über das Jahr 2022. Er informiert über die Aktivitäten und Dienstleistungen des Instituts, enthält den Aufsatz Der Syntaktische Atlas der deutschen Schweiz – Ergebnisse und Ausblick von Sandro Bachmann, Gabriela Bart und Elvira Glaser und setzt die Bibliographie der Neuerscheinungen zum Schweizerdeutschen fort. Der Jahresbericht kann beim Sekretariat des Schweizerischen Idiotikons, Auf der Mauer 5, 8001 Zürich, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bezogen oder direkt hier heruntergeladen werden.

Im November 2022 ist das 229. Heft des Schweizerischen Idiotikons – das achte des 17. Bandes – herausgekommen. Es setzt das Simplex ziehn «ziehen» fort und enthält anschliessend Zusammensetzungen wie abziehn, überziehn, ūfziehn, anziehn, īnziehn, e(n)tziehn und erziehn sowie deren Ableitungen.

personennamen.ch heisst ab sofort familiennamen.ch. Mit dem neuen Namen und der neuen Domain profiliert das Projekt seinen inhaltlichen Schwerpunkt etwas deutlicher, obschon auch weiterhin alle Typen von Personennamen berücksichtigt und diesbezügliche Ressourcen verfügbar gemacht werden. Neu verlinkt familiennamen.ch auch die Namenartikel des österreichischen Partnerprojekts famos (Familiennamen Österreichs online) und bindet die Inhalte des SRF-Namenlexikons ein, an dem die Redaktion des Schweizerischen Idiotikons ebenfalls beteiligt ist.

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