Wortgeschichten

Die cheibe Brääme

Illustration: Tizian Merletti
Bei schwüler Hitze und damit besonders in den Hundstagen, wenn es also brüetig heiss, tüppig, töischtig oder tääschtig ist, laufen die Bremsen oder d Brääme – nur die blutsaugenden Weibchen stechen – zur Hochform auf. Die Bremsen heissen bei uns Brääme oder Breeme, mehr regional auch Braame, Broome, Bromme (Nordschweiz), Brieme (Nordostschweiz) oder Bri(i)me (Sarganserland, Churer Rheintal). Diese Varianten gehen alle auf althochdeutsch brëm...
Weiterlesen
Markiert in:

Warum die Deutschschweizer/innen bei Regenwetter mit dem Sonnenschirm unterwegs sind

Illustration: Tizian Merletti
Was war im 19. Jahrhundert das volkstümlichste schweizerdeutsche Wort für den Regenschirm? Der Parasol – beziehungsweise seine dialektalen Ausformungen Baresol, Barisool, Parisool, Barisaal, Parisoo, Pärisou, Parisold, Pardisool und Pärdisool. Zu dieser verqueren Terminologie dürfte es gekommen sein, weil der Regenschirm aus dem Sonnenschirm entstanden ist – und letzterer lange Zeit viel üblicher war. Erste Regenschirme gab es in der Schweiz zwar...
Weiterlesen

Altweibersommer

Die herrlichen Herbsttage, die wir zur Zeit geniessen dürfen, sind schriftsprachlich als Altweibersommer bzw. verbreitet dialektal als Altwybersummer (-sommer) bekannt. Andere schweizerdeutsche Begriffe sind oder waren das Maartissümmerli (Appenzell, Bern, Schaffhausen, Uri, Wallis), das Witwesümmerli (Graubünden) und der Noosummer bzw. -sommer (Aargau, Appenzell, Basel, St. Gallen, Schaffhausen, Thurgau, Zürich). Die letztgenannte Bezeichnung, d...
Weiterlesen
Markiert in:

Hundstage

Nun fangen sie wieder an, die Hundstage! Es sind nicht die hechelnden Hunde, die den kommenden Wochen den Namen gegeben haben, sondern das Sternbild des Grossen Hundes. In einem Zürcher Lustspiel von 1550 über den Philosophen Diogenes heisst es, „das er nitt der hunden einer syge, die uff erden sind, sonder der hund am himel, von dem die hundstag genembt werden". In Aarau war man 1758 so vernünftig, dass man den Schulkindern „in den Hundstagen, s...
Weiterlesen
Markiert in:

Chuenagel (Unagel, Unigler, Hornagel, Hurnigel)

Der Winter ist die Zeit, in der man den «Chuenagel» (oder «Chunagel», «Unagel», «Unigler», «Hornagel», «Hurnagel», «Hurnigel») haben kann: den stechenden Schmerz in den Fingerspitzen, den man fühlt, wenn man bei eiskaltem Wetter in die warme Stube tritt.Im hintern Teil des Wortes steckt vermutlich ein Wort für «spitzig», man vergleiche etwa «Agle» oder «Agne» (Hanf- oder Flachssplitter, Spelze, Tannennadel), «Ägerschte» (Elster, eigentlich «die m...
Weiterlesen
Markiert in:

Es schneielet, es beielet...

In den nächsten Tagen soll's ja wieder aktuell werden: «Es schneielet, es beielet, es gaat en chüele Wind...» – das Liedlein kennen alle. Doch was bedeutet «beiele»? Ist es nur ein kindersprachliches Reimwort oder doch mehr? Es ist natürlich mehr: «beiele» ist eine Ableitung von «Bii(j)i, Bei(j)i, Biili, Bei(j)eli», schweizerdeutsch für Biene. Die tanzenden Schneeflocken werden also mit schwärmenden Bienen verglichen, ein Bild, das naheliegt, wen...
Weiterlesen
Markiert in:
Nach oben